The Obstacle is the Way - ein persönliches Fazit der Blogst 2016

Zwei Tage, 10 Vorträge und 3 Workshops später, brennt es mir unter den Nägeln, meine Gedanken und mein Denken über das Bloggen niederzuschreiben. Dabei sei gleich gesagt, ich werde hier nicht jeden Vortrag inhaltlich wiedergeben. Dazu findet ihr sicherlich einige tolle Vorträge im Netz. Vielmehr geht es mir hier darum, was ich für mich und für meinen Blog aus der Blogst 2016 mitnehme. 



Am meisten habe ich mich in den Worten Christian Riedels wieder gefunden, er hat es mit seiner Diskussion über Storytelling voll auf den Punkt gebracht

"Erzählt eine Geschichte, die vom Herzen kommt"

Dass heisst, bleib Dir und Deiner Geschichte treu, auch wenn Du vielleicht nicht beim ersten oder zweiten Anlauf Dein persönliches Ziel damit erreichst. Bewusst rede ich hier vom persönlichem Ziel, da Erfolg sehr subjektiv ist, für die einen sind es Kooperationen und für die anderen steigende Leserzahlen und wiederum andere möchten Inspiration geben. Willst Du aber erfolgreich in Deinem Tun sein, dann müssen wir lernen mit Hindernissen umzugehen, vielmehr eine andere Perspektive einzunehmen und eine Chance darin sehen.




Vor allem Authentizität ist mir beim Bloggen einer der wichtigsten Grundprinzipien. Ich freue mich über steigende Leserzahlen, wachsende Follower bei Instagram über Kommentare und Empfehlungen. Im Vordergrund steht für mich aber nicht eine Zahl, sondern meine Geschichte, meine Marke, meine Persönlichkeit. Dabei gehe ich mit Letzterem sehr dezent vor, dazu aber später mehr. 

"Inhalt ohne Strategie ist Kunst 
Inhalt mit Strategie ist Werbung"

Nun würde ich mich nicht als Künstlerin sehen, aber wenn ich mich und meinem Blog in einer der beiden Möglichkeiten einsortieren müsste, sehe ich mich auf jeden Fall im ersten Beitrag wieder. Ich blogge oft spontan, weniger organisiert und selten strategisch. Motivation und Ideen meiner Posts stammen oft von meinen Lesern, die immer wieder Fragen zu meinem Haus und meinem Interior haben. Daneben aber auch persönliche Erfahrungen, die ich gerne mit anderen teilen möchte, Inspiration, die ich mir nicht nur von anderen Blogs hole, sondern, die auch ich gerne geben möchte. Naiv? Finde ich nicht. 
Denn das was ich blogge kommt vom Herzen, weniger mit dem Ziel steigende Followerzahlen zu bekommen oder irgendeine dicke Kooperation an Land zu ziehen. 




Sehr oft viel das Wort Persönlichkeit, nicht nur bei Riedel, sondern auch bei Halime Lohbeck, die mit ihrem Vortrag über Inhalt, Kompetenz und Leidenschaft immer wieder betont, dass es wichtig ist, seiner Marke treu zu bleiben. 

"Eure Persönlichkeit macht Eure Marke aus"

Mir fiel es zu Beginn meiner Bloggerzeit sehr schwer mein reales Leben mit dem Blog zu verbinden. So zeigte ich zunächst weder meinen Namen, noch ein Gesicht dazu. Doch ohne Impressum, ist es laut § 5 TMG gar nicht erlaubt zu Bloggen. Ja auch das war Thema auf der Blogst. So rüstete ich in den zwei Jahren, in denen ich jetzt blogge nach und nach mit Namen und Gesicht und persönlichen Gedanken auf. Trotzdem ist es mir noch heute unangenehm, wenn ich im Freundeskreis oder in anderen Gegebenheiten auf meinen Blog hin angesprochen werde, obwohl ich weiß, dass es eigentlich positiv ist. Aber ich wachse damit und kann mittlerweile auch mit den kritischen Stimmen umgehen.

"Schreibt deutlich, wofür Euer Blog, Eure Marke steht"

Auch wenn ich einen doch sehr kleinen Blog habe, meine ich zu behaupten, dass meine Bilder und damit auch mein Wohnstil mittlerweile einen Wiedererkennungswert haben. Und diesem bleibe ich treu, auch wenn das skandinavische Design, wofür ich brenne, sicher nicht mehr uptodate ist, ändere ich jetzt nicht, von heut auf morgen, meine komplettes Interior. Ich mag die Produkte des skandinavischen Designs aus den 60er sehr, ihre nachhaltige Wirkung, die durchdachte Funktionalität und die formschöne Gestalt. Und deswegen bringe ich meinen Eames jetzt nicht in den Keller, weil er mittlerweile auf fast jedem Bild in jeder Wohnung im Netz zu sehen ist. Nein, ich bleibe meinem Stil und damit meiner Marke treu.

Immer wieder drehte es sich auf der Blogst um das Thema Kooperation. Dabei haben die Organisatoren alle Ebenen, die für dieses Thema wichtig sind mit guten Speakern abgedeckt und so gab es Input aus juristischer, inhaltlicher und moralischer Sicht. Ihr werdet sicherlich viele Beiträge von den Teilnehmern in der Blogosphäre finden, die Euch gut über diese Vorträge informieren. Ich kann hier nur an dieser Stelle sagen, dass jeder Blogger selbst entscheiden sollte, auf welcher Ebene er eine Kooperation eingeht oder ob er überhaupt eine abschließt. Moralische Wertungen finde ich, persönlich an dieser Stelle nicht angebracht. 




Es ist vor allem eine Herzenssache, mein Blog, auch wenn es manchmal sehr leise und still hier ist und schon lange kein neuer Post erscheint. Es sind vor allem persönliche Kommentare und Worte, die mich erreichen und die Nähe zu den Lesern, die mich dazu bewegen zu bloggen. Vor kurzem war ich das erste mal auf dem Bremer Bloggerstammtisch und da traf ich die liebe Monika von Schneidernmeisterin. Als sie mir erzählte, dass sie wegen meinem Post über Liseleje (Dänemarkurlaub) im gleichen Haus Urlaub gemacht hat, ist mein Herz innerlich geplatzt vor Freude. Wenn ich zwei Straßen weiter auf einem Straßenflohmarkt von einer Bremerin auf meinen Blog angesprochen werde und das sie mir auf Instagram folgt, weil ich Bremen mit meinen Bildern so ästhetisch schön darstelle, dann kann ich auf den nächsten 250 Metern mein Grinsen nicht verbergen. Und genau das ist der Grund warum ich blogge. 

Die Blogst 2016 hat mir persönlich viel gebracht, nicht nur tolles Networking, kreative Stunden, ein toll bepacktes Goodie Bag, sondern auch und vor allem eine persönliche Bestätigung, in welche Richtung mein Blog sich entwickelt, zu diesem Zeitpunkt. Feinen Dank dem Two-Woman-Team von Blogst.

Kommentare

  1. Wooooow, bist du schnell! Wahnsinn! Ich verarbeite noch :D Du weißt ja, dass du offene Türen bei mir einrennst mit deiner Einstellung, da ich mit der immer stärker professionalisierten Lifestyle-Szene ja so meine Schwierigkeiten habe. Umso schöner, zu lesen, was DIR am meisten Spaß am Bloggen macht – die kleinen Geschichten, die Kommentare und Begegnungen, durch die man spürt, dass man Menschen berührt und ihnen etwas mitgeben kann. In diesem Sinne schaue ich zukünftig sehr gern öfter hier vorbei und freue mich sehr, so einen grundsympathischen Menschen hinter schmasonnen kennengelernt zu haben :) Liebe Grüße aus Wiesbaden! Kea

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    1. Liebe Kea, das freut mich. Es ist ein Balanceakt im Lifestylebereich, einen Blog so hinzubekommen, dass er a. Deinem Anspruch und b. der Nachfrage der Leser gerecht wird. Aber ich bin sicher, dass das geht. Bestes Beispiel minzawillsommer!!! Haben wir ja drüber gesprochen. Ich bin gespannt, wie es bei Dir weiter geht. Auf ganz bald!

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  2. Das hast du ganz wunderbar geschrieben. Und du sprichst mir aus der Seele. Wichtig ist, dass wir uns treu bleiben und jeder definiert Erfolg für sich anders. Man kann auch sehr großen Gewinn aus dem bloggen ziehen, ohne diesen auf dem Girokonto wiederzufinden. Menschen, Austausch, Inspiration, Freude am Ausleben der eigenen Kreativität in Wort und Bild. Und auch "nicht nur konsumieren, sondern auch etwas zurückgeben" ist mir ebenso wichtig. Als ich die ersten Blogversuche startete, war ich nach kurzer Zeit erschlagen von dem was da scheinbar auf mich zu am. Coporate Identity, durchdachte zeitliche Platzierung, erwartete Professionalität, Layout, Bildsprache,Redaktionsplan, Seo. Da hab ich das erstmal wieder eingestampft, bis mir irgendwann klar wurde, dass diese Professionlität ja garnicht mein Ziel ist. Ich freue mich über wachsende Followerzahlen und über alle Leser, aber letztlich reichen mir auch 2. Mir macht das Schreiben Spaß. Das Ausprobieren. Alles andere ist on top.Das mag jeder anders sehen. Ich halt so. Und plötzlich mag ich dann auch wieder bloggen.

    Vielen Dank für den schönen Artikel und das Teilen deiner sympathischen und entspannten Sichtweise.

    Alles Liebe,

    Vanessa

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    1. Ja auf jeden Fall, Gewinn und Reichtum ist immer subjektiv. Und es ist doch auch gut so, dass es unterschiedliche Einstellungen zum Bloggen gibt. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Feinen Dank für Deinen Kommentar!

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  3. WOW, da warst Du jetzt aber schnell liebe Schirin! Und sehr toll und auf den Punkt gebracht geschrieben! Ich muss die Informationsflut noch ein wenig sacken lassen und mein Fazit daraus ziehen.
    Ich freu mich auf jeden Fall unheimlich, dass wir uns endlich kennengelernt haben und uns austauschen konnten! Ganz liebe Grüße aus München! Nina

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    1. Liebe Nina, und wie ich mich erst freue, ohne Dich hätt die Blogst nur halb so viel Spaß gemacht. Auf ganz bald!!!
      Beste Grüße aus Bremen nach München

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  4. Liebste Schirin,
    so schön dass Du da warst!! Und seinen eigenen Weg zu gehen ist uns auch immer eine Herzensangelegenheit! Ich hoffe wir konnten das auch bei der Wahl der Speaker vermitteln!
    Liebste Grüsse nach Bremen
    Claretti

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    1. Liebe Clara, ich freu mich auch sehr, dass ich da war. Die Auswahl der Speaker war gut und ich kann mir vorstellen und weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist, jeden Geschmack und jedes Interesse abzudecken. Ihr habt das sehr sehr sehr gut organisiert! Sei lieb gegrüßt, Schirin

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